I serie I Ein Tag im Synthesizer Raumschiff von Dj Accentbuster

 

Hey meine Lieben 🙂

Heute habe ich wieder ein spannendes Interview für euch.

Dieses Mal geht´s um Synthesizer, den Wandel der Techno-Szene sowie Hamburg.

Hallo Frank, stell dich doch einfach mal kurz vor und erzähle uns bitte auch die interessante Story zu deinem Namen.

Hey, ich bin der Frank, eigentlich bekannt unter dem Namen DJ Accentbuster, lebe in Hamburg und bin Gründer des Labels „HHertzsignal“. Der Künstlername ist durch meine besondere Liebe zu dem TB 303 Synthesizer entstanden. Dieses besitzt nämlich den „Accent“ Regler, mit dem man die Töne besonders stark manipulieren kann, also einen Akzent setzen und damals, wie heute möchte ich in jeder meiner Produktionen einen „Akzent “ der Sounds setzen.

So kam dann auch schnell die Bezeichnung „Akzent-Jäger“, da sich das aber nicht so geil anhört, habe ich ihn einfach in Englisch (also Accentbuster) übernommen.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Meine Mutter war damals sehr musikalisch und hat auch in Chören bzw. Bands gesungen, so habe ich dann auch erstmal begonnen zu singen. Eines Tages sollte ich dann mal das Keyboard übernehmen und dort zum Gesang einzelne Töne spielen. Dies gefiel mir sehr gut, sodass ich von dort an selber mit meinem Kinderkeyboard rumexperimentiert  und auch schon die ersten Lieder (z.B. das Boot) nachgespielt habe.

Mit der Zeit kam dann in der Schule noch Flöten-, sowie privater Gitarrenunterricht dazu. Gleichzeitig begann ich die Lieder, die mir gefielen, genauer zu analysieren um somit herauszufinden, was mir an ihnen gefiel, nämlich der synthetische Sound.

Als ich dann ca. 12-13 Jahre alt war, bekam ich meinen ersten Computer, einen Atari. Mit ihm habe ich dann auch mein altes Keyboard verbunden und ab dort begann die Produktionsgeschichte…

Die Welt zum Techno hat mir dann ein 90 min. Techno- Set aus dem damaligen „Comic-Space-Club-Fulda“ eröffnet. Ich habe dieses Set auf Kassette von einem Freund erhalten, mich zuhause aufs Bett gelegt, Kopfhörer aufgesetzt und in eine andere Welt voller neuer aufregender Klänge verschwunden. Ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen und ich musste diese Musik selber erzeugen können!

 Wie hast du deinen Stil gefunden?

Wie ich eben schon erwähnt habe, habe ich früher meine Lieblingstracks analysiert und versucht herauszufinden welche Klänge mir gefallen und mit welchem Synthesizer sie erschaffen wurden. Früher war das ja noch nicht Digital, daher konnte man sich durch z.B. Fachzeitschriften wie „Keyboards“ Wissen über Synthesizer aneignen und durch mitgelieferte CD´s gab es dann auch Klangbeispiele der einzelnen Geräte. Das war natürlich etwas aufwendig, aber so konnte ich genau meine Töne bzw. die dementsprechenden Synths finden, kaufen und meine eigenen Tracks mit ihnen zu komponieren.

Dabei war und ist der Sound immer sehr Acid-lastig.

Wir sitzen hier ja gerade in deinem Raumschiff aus Synthesizern. Dabei kenne ich auch Produzenten, die gerade einmal ihren Mac und max. ein Piano benötigen um zu produzieren. Liegt es daran, dass du zu einer ganz anderen Zeit begonnen hast Musik zu produzieren oder ist dir die Haptik besonders wichtig?

Du hast schon recht, als ich begonnen habe Musik zu produzieren und man einen hohen Anspruch an den Sound hatte, kam man nicht an Hardware vorbei. Ich habe natürlich auch schonmal „nur digital“ produziert, das ist aber nichts für mich. Es ist nämlich diese besondere Bindung, die ich mit den Sytnhesizern über die Jahre aufgebaut habe, aber auch das Gefühl also die Haptik bei den Geräten. Es ist ein ganz anderes Feeling einen Regler zu bedienen, als eine Maus hin und her zu schieben.

 

Festival oder Club?

Im Sommer ganz klar Festivals und zur jeder anderen Jahreszeit Club!

Kleine, familiäre Feier oder Großevent?

Die besten Parties habe ich in Clubs mit ca. 100-300 Menschen erlebt. Wenn ich mal größere Veranstaltungen wie z.B. das SonneMondundSterneFestival besuche, lande ich trotzdem immer wieder bei den kleinen Bühnen, wie die Katermukke Stage. Also die Stimmung muss schon da sein, aber dennoch nicht zu überlaufen.

 

Wie hat sich in deinen Augen denn das Publikum im Laufe der Zeit verändert?Du gehst ja schon lange zu Techno bzw. elektronischer Musik feiern und kannst da vielleicht gut berichten.

Zur Anfangszeit der Technoparties hat man wirklich immer wieder die gleichen Menschen getroffen und schnell entstand ein familiäres Gefühl innerhalb der Szene. Die Menschen waren sehr bunt und schrill gegliedert, so wie damals auch die Musik war. Natürlich war es schon Vierviertel-Stampfmusik, dennoch sehr funky. Als sich dann die Musik in verschiedene Subgenres eingeteilt hat (House, Techno, Schranz,…) hat sich das gesamte Publikum natürlich auch auf verschiedene Clubs und Veranstaltungen verteilt und einzelne Cliquen, mit teilweise großen Lücken untereinander, entstanden.

Im Laufe der Zeit wurde der Sound abgerundeter und für die Masse leichter verträglich, sodass Techno wirklich sehr populär wurde und viele Menschen in die Clubs gespült wurden, die damit eigentlich gar nichts anfangen konnten.

Mittlerweile geht der Techno- Trend ja auch wieder ein wenig zurück und somit sprießen wieder viele kleine, familiäre und mit Herz gemachte Veranstaltungen aus dem Boden.

Dein Lieblingsclub in Hamburg?

Auch wenn es vielleicht ein Rückschlag für sehr viele gute Clubs ist : „Übel und Gefährlich“ Die Lage ist überragend und die Location, also ein Bunker, ist noch viel cooler.

Ich (der Rikkert) muss da an dieser Stelle eingreifen, denn ich finde den Club überhaupt nicht cool. Die Lage und auch die Künstler, die der Club zieht sind überragend, aber das Feeling innen ist für mich überhaupt nicht cool und fühlt sich eher nach Großraumdisko an. Sorry ÜbelundGefährlich, das gibt erstmal Hausverbot haha 🙂

Im Sommer gibt es für mich keinen schöneren Platz zum Feiern als das Dockville-Gelände im Süden Hamburgs. Dort findet auch das gleichnamige MS DOCKVILLE Festival inmitten von Natur und Kunst statt. Das ist auf jeden Fall ein Besuch wert!

Vielen Dank für das nette Gespräch, lieber Frank! 🙂

Ich hoffe dir hat das Interview gefallen und wenn du mehr davon willst, dann schreib mir doch einfach mal einen Kommentar, auch gerne mit einem Themen-Vorschlag. Ich würde mich sehr darüber freuen!

Bis nächsten Sonntag,

Rikkert.

 

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